Burim Osmani verkauft die Washington-Bar
11. Juni 2007 – Hamburger Abendblatt:
Burim Osmani verkauft die Washington-Bar
Das Immobilien-Imperium der Osmanis bröckelt: Eine Firma von drei Hamburger Immobilienkaufleuten hat für 4,4 Millionen Euro ein Grundstückspaket zwischen Bernhard-Nocht- und Erichstraße auf St. Pauli übernommen. Dazu gehören die Washington-Bar, in der Freddy Quinn entdeckt wurde, und das Cafe Erich.
Burim Osmani hatte mit seiner Firma GGS das 3897 Quadratmeter große Grundstück im Juli 2005 vor dem Zwangsverwaltungsgericht für 1,9 Millionen Euro günstig ersteigert. Der Komplex stammt aus dem ehemaligen Immobilien-Imperium von Claus Becker und stand nach Beckers Pleite Ende der 90er-Jahre unter Zwangsverwaltung.
Gut sechs Millionen Euro wollen die neuen Eigentümer zusätzlich in Erhalt, Sanierung und Neubebauung in den kommenden fünf Jahren stecken. “All das, was jetzt an Häusern steht, werden wir erhalten”, sagt Helmut Köhler, der mit Andreas von Bargen und Thorsten Röncke die Gesellschaft gründete.
“Der Bezirk freut sich, dass die neuen Eigentümer sich an die bauliche Erhaltungssatzung halten, denn dort finden wir noch ein für St. Pauli typisches Straßenbild”, sagte Bezirksamtsleiter Markus Schreiber. Das Konzept der Käufer hält Schreiber für “ordentlich”. Im Februar trat die Erhaltungssatzung in Kraft, die der Bezirk auf Initiative von SPD und GAL beschloss.
“Wir wollen die Wohnungen erhalten und auf der Freifläche neben der Washington-Bar neue Wohnungen bauen. Die Verträge sind unterschrieben, am 15. Juli erfolgt die Übergabe”, sagt Investor Andreas von Bargen.
Das Erotic-Art-Museum soll dort nicht wiedereröffnet werden. “Wir haben die Immobilie diesbezüglich frei, also ohne das Museum erworben”, sagt Köhler. Die Grundstücksgesellschaft GGS habe eine Räumung gegen die Betreiber des Museums erwirkt. “Dagegen haben wir jedoch geklagt”, sagt Claus Becker. Falls das Gericht Becker recht geben sollte, stehe das im Widerspruch zu den vertraglichen Zusicherungen durch die Vertreter von Osmanis Gesellschaft, erklärte Köhler.
Für Burim Osmani tritt mit einer Generalvollmacht seine Frau Atifete auf. Burim Osmani wird zurzeit der Prozess vor dem Würzburger Landgericht wegen Beihilfe zu schwerem Betrug gemacht. Er soll mit Scheingeschäften das Erschleichen von Krediten ermöglicht haben.
Burim Osmani hatte auf dem Gelände an der Bernhard-Nocht-Straße den Abriss geplant und wollte ein Hochhaus bauen.