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Köhler & von Bargen schafft Tatsachen

Samstag, Februar 18th, 2012
St.Pauli: Köhler & von Bargen schafft Tatsachen

Ist die Bauleitung des Bernhard Nocht Quartiers unfähig – oder war der Zusammenbruch der Brandschutzmauer bei dem denkmalgeschützten Haus gewollt?
Trotz massiver Bohrungen und Ausschachtungsarbeiten auf dem direkt angrenzenden Grundstück, war die Außenwand des zur Sanierung bereiten Hauses nicht abgestützt und gesichert.
Bereits wenige Stunden nach dem “Unfall” beginnen die Investoren mit dem Abriss des ganzen Hauses. Nachbarn protestieren gegen “kalten Abriss”. Die nächtliche Intervention des Denkmalschutzamtes stoppt den Abriss vorerst.

Protokoll des Aktionsnetzwerks gegen Gentrification – Es regnet Kaviar :

Gestern, 17.02.2012, zwischen 8 und 9 Uhr, kracht mit Getöse die komplette Außenwand des Hauses Bernhard Nocht Straße 85 / 87 zusammen. Fassade und Teile des Bodens rutschen in die frisch daneben ausgehobene Baugrube.

Zum Glück kommen weder Passanten noch Bauarbeiter zu Schaden.
Die Straße wird gesperrt.

Vormittags untersuchen Bauprüfer des Bezirks Mitte und Beamte des Denkmalschutzamtes den entstanden Schaden.

Genehmigt wird – um weitere Gefahr abzuwenden – die losen Stücke an der offenen Hausseite abzutragen und einen Überhang von Trümmern zu beseitigen. Die Wand soll wieder aufgebaut werden.
Schweres Gerät fährt auf.

Nach Einbruch der Dunkelheit beginnen hastige grobe Abbrucharbeiten mit grossem Kran. Bis 23.00 muss das ganze denkmalgeschützte Haus abgerissen sein – geben die Bauarbeiter Auskunft.
Nachbarn aus dem angrenzenden Haus mit anderem Besitzer, werden nicht informiert und sind äußerst besorgt.

Um 18 Uhr versammeln sich zahlreiche empörte Nachbarn an der Baustelle. Allgemein herrscht Verblüffung darüber, in welch rasanter Geschwindigkeit der “Unfall” eine Abrissgenehmigung produziert hat.
Nachbarn beobachteten schon Tage vor dem Einsturz der Mauer eine Absenkung des Bürgersteigs und wunderten sich, dass das Haus nicht abgestützt und geschützt wird.

Um 19:30 informiert ein Nachbar die Denkmalpflege über die nächtlichen Vorgänge auf der Baustelle. Dort ist man völlig überrumpelt von den Abrissarbeiten, denn tagsüber war vereinbart worden, dass das historische Treppenhaus in der Mitte des Gebäudes unbedingt zu erhalten ist.

Davon kann jedoch keine Rede sein: Ohne Rücksicht auf Verluste – und unter Aufsicht einer Bauprüferin des Bezirks Hamburg-Mitte – frisst sich der Bagger ins Haus hinein, reisst das Dach ab, bricht die schöne Fassade ein, beseitigt das historische Treppenhaus komplett. Erst mit Eintreffen einer Verteterin des Denkmalschutzamtes wird der illegale Abriss vorerst gestoppt.

Während sich Bauleiter, Statiker, Bauprüfer und Denkmalpfleger zur Beratung zurückziehen, wird die Menge der Protestierenden an der Baustelle immer größer. Eine spontane Kundgebung findet statt, Nachbarn veranstalten ein Konzert mit Kochtöpfen, Feuerwerkskörper fliegen in Richtung Abrissbagger.

Kurz nach 22.00 ist klar: in der Nacht dürfen die Abrissarbeiten nicht weitergeführt werden. Am heutigen Samstag um 10.00 wird die Situation vom Denkmalschutzamt überprüft und neu bewertet.

Auf Druck der Nachbarschaftsinitiative NoBNQ hatten die Investoren sich verpflichtet, das Haus zu sanieren, alle Mieter und die Kneipe zurückkehren zu lassen und für 10 Jahre die derzeitigen Mieten einzufrieren.

Es regnet Kaviar [Kontakt 040 - 310930]

Hamburg-St.Pauli, 18.2.2012

Der Runde Tisch wird nicht rund – offene, demokratische Planungskultur nicht erwünscht

Dienstag, Mai 24th, 2011

NoBNQ Pressemitteilung, Hamburg, 23. Mai 2011

Ende April haben wir, die Interessengemeinschaft NoBNQ, zum Runden Tisch am 25. Mai eingeladen.
Zugesagt haben neben zahlreichen Interessierten aus dem Stadtteil:

- die Politiker_innen aus Bezirk und Bürgerschaft,
- die Investoren Köhler & von Bargen,
- sowie die Lawaetzstiftung.

Doch nun haben wir zwei entscheidende Absagen erhalten, und zwar

- von der angehenden Besitzerin der Neubauten, der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) und
- von der BSU (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt).

Ohne BSU und VBL klafft jedoch eine große Lücke in der eingeladenen Runde. Ein Treffen macht keinen Sinn, wenn die wichtigsten (potentiellen) Akteure sich aus der Verantwortung ziehen.

- Die VBL sieht keinen Anlass, sich an einem solchen Gespräch mit dem Stadtteil zu beteiligen, da sie die (noch nicht gebauten) Häuser “schlüsselfertig” gekauft habe. Angesichts der milliardenschweren Finanzmittel der Versorgungsanstalt (12 Mrd. Euro, 14.500 Wohnungen) wäre es aus unserer Sicht an der VBL, bei ihren Neubauten – etwa durch Inanspruchnahme öffentlicher Mittel für Sozialwohnungsbau – für niedrige Mieten zu sorgen und sich damit auseinanderzusetzen, bestimmte Elemente des Konzepts “Freundliche Übernahme” umzusetzen, wie z.B. den von uns vorgeschlagenen Daniel-Düsentrieb-Spielplatz im Innenhof oder eine Kita im Erdgeschoss der Neubauten – und so dem etwas näher zu kommen, was St.Pauli braucht.

- Die BSU sieht die “Zuständigkeit für die Planungen (…) beim Bezirk”. Doch wir wissen: nur die BSU ist in der Lage, finanzielle Mittel aus Stadtentwicklungs-Programmen zur Verfügung zu stellen, um – wie im Wahlkampf angekündigt – der Gentrifizierung St.Paulis entgegenzuwirken.

Unsere Einladung zielte darauf, den Horizont des hier und jetzt Machbaren zu erweitern. Denn bisher hat die Politik das komplexe Konzept aus dem Stadtteil nicht ernst genommen. Der enge Rahmen der Logik des Kaufens wurde nicht verlassen. Die politische Verantwortung für St.Pauli macht aber unübliche Maßnahmen notwendig.

(Die Mittel sind ja da: 6 Millionen hat man sich die Umgestaltung des Spielbudenplatzes zum Mahnmal einer fehlgeleiteten Stadtplanung von oben kosten lassen. Und dann den Platz privatisiert.)

Mit dem Koalitionsbruch 2010 ist der Gesprächsfaden mit der Behörde gerissen. Seitdem wurden auf Bezirksebene investorenfreundliche Fakten geschaffen, bezirklich zustimmungspflichtige Vorverträge abgeschlossen. Nur in einer großen Runde mit allen Beteiligten und Entscheidungsträgern wäre zu diesem Zeitpunkt noch eine halbwegs sozialverträgliche Lösung für das Quartier hinzubekommen.

Durch die Absage der BSU und der VBL schrumpft das zu Verhandelnde auf drei der 16 Gebäude. Diese drei will die Lawaetzstiftung (Leitsatz: “Innovativ für das Gemeinwohl”) von den Investoren übernehmen. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept Freundliche Übernahme – NoBNQ lässt sich auf dieser Basis nicht verwirklichen. Eine Partizipation in diesem Rahmen ließe das komplexe Projekt aus dem Stadtteil zur Akzeptanzbeschaffungsmaßnahme verkümmern – ein Sträußchen am öden Hut des Investoren-St.Pauli.

Dies ist nicht die Wende hin zu einer offenen, demokratischen Planungskultur, die sich viele erhoffen.

So bleibt der Konflikt ungelöst und das Bernhard Nocht Quartier weiterhin ein Brennpunkt. Die BSU hat eine wichtige Chance verpasst, an dieser Stelle deutlich zu machen, wie kreative Stadtentwicklung von unten funktionieren – und der wachsenden sozialen Spaltung der Stadt entgegen getreten werden kann.

Ihre Interessengemeinschaft NoBNQ

PS: Vielen Dank all denen, auch in der Politik, die sich auf dieses demokratische Planungsverfahren einlassen wollten -und all denen, die durch politisches Engagement, durch außerparlamentarische Aktivitäten, zivilen Ungehorsam, Veröffentlichungen, Medienberichte, Mitdiskutieren, Gesicht zeigen, Gesicht verbergen, Solidaritätspartys, Fotografieren, Rechnen und Konzipieren das ursprünglich geplante, umfassende Rausschmiss-Szenario verhindert – und die Diskussion über eine andere Stadt eröffnet haben.

Den Befürworter_innen der jetzigen Pläne sei gesagt:

Eure Häuser wird niemand besingen.

NoBNQ lädt zum Runden Tisch

Samstag, Mai 21st, 2011

Runder Tisch:  25. Mai, 17 Uhr,  Planet Pauli,  Spielbudenplatz 7.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Konflikt um das “Bernhard Nocht Quartier” der Investoren Köhler &  von Bargen auf St.Pauli ist ungelöst. Deshalb lädt die Interessengemeinschaft NoBNQ für den 25. Mai zu einem Runden Tisch ein.

Ziel ist es, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, Transparenz  herzustellen, die Ideen und Vorstellungen kennen zu lernen und gemeinsam mit Stadtteil, Politik, Behörden, alten und neuen Eigentümern nach Lösungen zu suchen, die den BewohnerInnen des Viertels gerecht werden.

Eingeladen sind:

- Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils und Interessierte
- die Immobilieninvestoren Köhler&  von Bargen
- die angehende Besitzerin der geplanten Neubauten, die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder)
- die am Erwerb von Teilen des Quartiers interessierte Lawaetz-Stiftung
- die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt
- der Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte
- der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Regierungsfraktion in der Bürgerschaft
- der stadtplanungspolitische Sprecher der Regierungsfraktion der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Der Grund:

Trotz zahlreicher Konzessionen, die Politik, Behörden und Besitzer auf Druck der Nachbarschaft und der wachsenden Recht auf Stadt Bewegung gemacht haben, gibt es einen grundsätzlichen Dissenz zwischen dem, was im Stadtteil für wünschenswert und notwendig gehalten wird, und dem, was nach den jetzigen Plänen entstehen soll.

Die Interessengemeinschaft NoBNQ ist der Ansicht, dass insbesondere der  Handlungsrahmen der Politik bisher keineswegs ausgeschöpft wurde, die Turbo-Gentrifizierung von St. Pauli aufzuhalten.

Sicher, die soziale Erhaltungsverordnung ist in der Mache, doch reicht weder diese noch der zusammengeschrumpfte Rahmen städtischer Förderung sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbaus aus, um die rasante Aufwertungs- und Verdrängungswelle aufzuhalten, die Hamburgs bekanntesten Stadtteil erfasst hat. Angetrieben durch  Prestigebauten wie “Astraturm” oder “Tanzende Türme” schießen die Grundstückspreise spekulativ durch die Decke und stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten, die für Bau oder Erhalt von Häusern eigentlich nötig sind. Die vom Staat zum Ausgleich angebotenen Fördermittel richten sich an ökologiebewusste Mittelschichten oder sind verdeckte Subventionen des Immobiliengewerbes – mit sozialem Etikett. Diejenigen, die derzeit aus St.Pauli herausgedrängt werden, haben nichts davon. Leute, die am Mietmarkt besonders benachteiligt sind, werden aus nachbarschaftlichen Bezügen herausgerissen. St.Pauli verliert sichtlich an Charakter, die Einwohnerstruktur ändert sich rasant, die soziale Spaltung der Stadt schreitet voran.

NoBNQ sieht die Politik in der Pflicht, hier und jetzt tätig zu werden. Das Bernhard Nocht Quartier steht inzwischen als Symbol für eine verfehlte Stadtplanungspolitik im Zentrum der Kritik. Die Dokumentation der Proteste ist inzwischen schon so dick wie 2 Telefonbücher. Und allein im laufenden Jahr drehten sich gleich mehrere Demonstrationen und Aktionen um die Immobilie:

- rund 50 Kneipen in St. Pauli beteiligten sich im Januar an einem “BNQ”-kritischen Themenabend (”Gentropoly – Don’t let the big man take it away from you”),
- am 23. Januar wurde vom Gängeviertel zum “Bernhard-Nochtquartier” quer durch die Stadt um Fördermittel geboßelt (”Klootscheeten för Födderkröeten”),
- spontan protestierten im Februar knapp 3000 Fans des FC St.Pauli vor der Immobilie (”Reclaim St.Pauli”),
- am 11. Februar: grosse Solidaritätsparty im “Planet Pauli” gegen Investorenphantasien und Abrisspolitik – für den Erhalt der Esso-Häuser Spielbudenplatz und das “Konzept zur freundlichen Übernahme” /NoBNQ (Tanz der Häuser), – im selben Monat drückten Bürger ihre Ablehnung aus, indem sie in einem  sportlichen Wettstreit rund 800 gefüllte Müllsäcke auf das Grundstück warfen (”The Big Blue”),
- am 28. April wurde die NoBNQ-Plakat-Kampagne mit einem gut besuchten Solidaritäts-Lese-Walk gelauncht,
- am 30. April zogen rund 7000 UnterstützerInnen der Roten Flora auch zu dieser Baustelle und wurden von Balkonen und Dächern mit einer Konfettiparade begrüßt (”Stadt selbst machen”),
- am 1. Mai wurde das “Bernhard Nocht Quartier” von etwa 3000 Teilnehmern des Euromayday besucht und thematisiert (”Die Stadt ist unsere Fabrik”).

Auf den Straßen werden inzwischen die Reste des alten St.Pauli feilgeboten – Abrissteine aus der Bernhard Nocht Strasse, liebevoll in Cellophantütchen verpackt: Wehmütige Souvenirs, die den Touristen verkauft werden, wie einst die Graffiti-besprühten Brocken der Berliner Mauer.

Denn neben der Chance auf bezahlbaren Wohnraum schmerzt der Verlust eines der erfinderischsten und lebendigsten Viertel des Landes. Um hier einen Ausgleich vorzuschlagen, haben Nachbarinnen und Nachbarn das “Konzept zur freundlichen Übernahme” entwickelt. Dieses integriert den Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum in ein  Gesamtkonzept, das die Gewerbeflächen des Quartiers als “Ressource für den Stadtteil” funktionieren lassen will, als Plattform der Produktion und des Austauschs, wo das lokale Wissen sich entfalten kann und genutzt wird und wo Menschen mit unterschiedlichem Bildungs- oder Kultur-Hintergrund sich gegenseitig schlauer machen.

Fachleute für integrierte regionale Stadtentwicklung und Urban Design ebenso wie NachbarInnen, VerlegerInnen, MusikerInnen und UnternehmerInnen, attestieren der Planungsinitiative “von Unten” genau die Qualitäten, die sie in den teuer und städtisch initiierten “IBA”- und “Kreativ Quartiers”-Konzepten vermissen: die Verbindung von zukunftsträchtiger Innovation und sozialer Verantwortung, von Bildung und lokaler Ökonomie.

Bei Stadt, Bezirk und Behörden stieß das Konzept allerdings auf taube Ohren. Die Gespräche mit der BSU über Fördermöglichkeiten brachen mit dem Ende der schwarz-grünen Koalition ab. Vom Bezirk wurden die Investoren gefördert und die Umsetzung des Konzepts mithilfe einer großen Genossenschaft wurde behindert.

Um die Lücke zu füllen zwischen dem verlangten spekulativen Kaufpreis auf der einen und der möglichen Finanzierung durch dauerhaft soziale Mieten auf der anderen Seite, ist die Stadt am Zug. Warum werden die Mittel aus den Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungstöpfen nicht einmal dort investiert, wo sie von den
NachbarInnen tatsächlich erwünscht werden?

NoBNQ lädt zum Runden Tisch ein. Denn die Stadt hat nicht nur etwas gut zu machen, sie hat auch etwas zu lernen.

Voller Erfindungsreichtum brechen Menschen auf und fordern die staatlichen Institutionen und Programme heraus. Der Protest wächst – ob in der profunden und vielfältigen “Recht auf Stadt” Bewegung in Hamburg (Düsseldorf, Frankfurt, Dortmund, Berlin, Istanbul, Tel Aviv, New York, Neu Delhi…) oder ob im Protest gegen Stuttgart 21 – die
Menschen wissen: der Markt allein wirds nicht richten.

Die Politik ist gut beraten, den Ball, der ihr zugespielt wird, aufzunehmen. Wir werden uns nicht mit unverbindlichen Dialogangeboten hinhalten lassen. Den parteiübergreifenden Wahlkampfversprechen, die Hamburger Wohnungskrise lösen zu wollen, müssen Taten folgen. Die Vitalität einer Stadt zeigt sich auch daran, ob ihre Institutionen in der Lage sind, eine Resonanzfähigkeit zu entwickeln, gute Ideen aufzunehmen, zu fördern und unverfälscht umzusetzen.

Das “Bernhard Nocht Quartier” ist ein ganz konkreter Prüfstein, an dem sich zeigen wird, ob die Stadt und ihre Investoren die Zeichen der Zeit verstanden haben.

Runder Tisch:  25. Mai, 17 Uhr,  Planet Pauli,  Spielbudenplatz 7.

Mit freundlichen Grüßen,
Interessengemeinschaft NoBNQ

Die ganze Kampagne “Ihre Meinung zum Bernhard Nocht Quartier?” hier (klick)

Mittwoch, Dezember 22nd, 2010

… nach dieser Devise geht die Köhler & von Bargen OHG jetzt in der Bernhard-Nocht-Straße vor. Es sprechen die Bagger:  (weiterlesen…)

Bereit zur “freundlichen Übernahme”

Donnerstag, November 4th, 2010

Presseerklärung: Donnerstag, den 4. November 2010

Bereit zur “freundlichen Übernahme” -
NoBNQ stellt Gegenkonzept vor

Die Interessengemeinschaft NoBNQ geht mit einer fundierten Broschüre in die Offensive: das ideenreiche und soziale Konzept zur Freundlichen Übernahme des Bernhard-Nocht-Quartiers wurde in der Nachbarschaft und mit Unterstützung von Fachleuten entwickelt. Es ist mit einem soliden Finanzierungsplan unterlegt.

Download der Broschüre als PDF-Datei (1,2 MB) oder größer (7,8MB)

(weiterlesen…)

NoBNQ Pressemitteilung 01.06.2010

Dienstag, Juni 1st, 2010

NoBNQ Pressemitteilung:

Köhler und von Bargen bitte zurücktreten

Auf Partybesetzung folgt Büdchenzauber: Aktionswoche in der Bernhard Nocht Straße beginnt am heutigen Dienstag.

Vergangenen Samstag kommt es auf St. Pauli zu einer temporären “freundlichen Übernahme” des ehemaligen Erotic Art Museums in der Bernhard Nocht Strasse. Unter dem im Internet verbeiteten Label “Take That” (Indymedia) öffnen Unbekannte das “Sex-Museum” (MOPO) für die Allgemeinheit.

Nur 150 Meter entfernt, auf dem größten privatisierten Platz der Stadt, wird gerade Lenas Schlagersieg mit einem ferngelenkten Synchronballett gefeiert, als in der Bernhard-Nocht-Straße Partybesetzer einen Satelliten der anderen Art steigen lassen: Rund 400 TeilnehmerInnen beginnen in den Räumen der Investoren eine “Lange Nacht der Museen”. Die Feier beginnt um 23 Uhr – und wird überraschend bereits um etwa halb vier durch einen Polizeieinsatz  beendet.

Für uns von der Nachbarschaftsinitiative NoBNQ bedeutet diese Aktion zweierlei:

- Zum einen hat die Inaugenscheinnahme der Räume durch NachbarInnen und Interessierte ganz deutlich zu Tage gebracht, was für ein urbanes Juwel sich mithilfe des Stadtteils daraus machen ließe – und was die Stadt unwiederbringlich verliert, sollten die Pläne der Investoren umgesetzt werden.

- Zum anderen ist die Aktion ein Vorgeschmack auf die Verschärfung des Klimas, die die Stadt und Investoren heraufbeschwören, wenn sie den eingeschlagenen Weg des Abrisses und des Eigentumswohnungsbaus weiterzugehen versuchen.

NoBNQ hat vorgerechnet, daß eine sozial nachhaltige und einfallsreiche Entwicklung dieses Häuserblocks möglich ist.

Wir denken: die Stadt kann sich nicht länger aus der Verantwortung ziehen.

NoBNQ will keine Geschenke, sondern einen Kredit zu Konditionen, die dauerhaft günstiges Wohnen auf St. Pauli möglich machen und die Räume offen halten für urbanen Erfindungsreichtum. Banken kriegen zur Zeit weit günstigeres Geld, als wir es hier brauchen. Und ernstzunehmenden Gerüchten zu Folge arbeiten sogar Immobilieninvestoren in der Nachbarschaft mit günstigem Geld der HSH.

Wir sind auch für andere Vorschläge offen – doch Stadt und Investoren müssen sich jetzt bewegen, damit eine sozial nachhaltige Lösung  und der Zugriff des lokalen Wissens auf die Räume möglich wird.

Deshalb beginnt am heutigen Dienstagabend eine Aktionswoche rund um ein Büdchen in der Bernhard Nocht Straße. Alle sind herzlich eingeladen, um sich zu informieren und mit zu machen. Die Woche kulminiert im Rahmen des FC St. Pauli Fanfests am Samstag Abend mit einem Auftritt des umjubelten Schwabinggrad Ballett Stücks “Business Punk City”.

Die Stadt vor der Entscheidung, ob St. Pauli nur noch als Abspielstelle von Eurovisions-Schlager-Events funktionieren soll – oder als Ort der Produktion – von städtischem Leben, von Wohnraum, von Kommunikation und Austausch.

Wir erfinden die Stadt neu: so oder so!

Hamburg, den 1. Juni 2010

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Das Programm der Aktionswoche hier

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Infos und Presse zu der Besetzung:

http://de.indymedia.org/2010/05/282480.shtml

http://archiv.mopo.de/archiv/2010/20100530/hamburg/panorama/von_linken_besetzt_polizei_raeumt_erotic_art_museum.html

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/?dig=2010%2F05%2F31%2Fa0160&cHash=d0826b0e32

http://www.abendblatt.de/hamburg/polizeimeldungen/article1513309/Hausbesetzer-im-Erotic-Art-Museum.html

http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article7857850/Initiative-besetzt-das-fruehere-Erotic-Art-Museum.html