Vorab ein paar Impressionen von der “Informationsveranstaltung“. Weitere Bilder und Berichte folgen bald.
Bei flickr sind auch schon Bilder.
Anlässlich der geplanten “Informationsveranstaltung” am heutigen Donnerstag den 24. September 2009 lässt die Presse in vorauseilendem Gehorsam Herrn Schreiber zu Wort kommen. Die taz-hamburg bleibt dabei ihrer Linie treu: die neue urbane Bewegung sorgt in der Stadt und weit darüber hinaus für Schlagzeilen, doch LeserInnen der ehemals alternativen Tageszeitung erfahren davon nichts. “Mit Gentrifizierern über Gentrifizierung reden” – so ließe sich die Haltung der Redaktion zusammenfassen. Neulich lud man zum Gespräch ins Gentrifizierungsprojekt “Haus III&70″ und versuchte vergeblich in letzter Minute kritische Stimmen aufs Podium zu hiefen. Die hatten sich im Vorfeld vernetzt – und sagten der tendenziösen Veranstaltung ab. Nun, 3 Tage vor der Bundestagswahl, bekommt SPD-Mann Markus Schreiber viel Platz eingeräumt, um seine Sicht der Dinge im Interview auszubreiten. Der ehemalige Schuldirektor verteilt Noten an Gängeviertel und NoBNQ, an Künstler und Hafenstraße, an pensionierte Wassereimerwerfer und an das Gentrifizierungsprojekt “Veringhöfe” in Wilhelmsburg. Einen Eintrag ins Klassenbuch gibt’s für die – eigentlich ja guten – Künstler, die da nicht hinwollen. Ganz unverblümt beschreibt der Bezirksamtsleiter, dass das von Soziokulturtanten (STADTKULTUR HAMBURG e.V.) zusammen mit Stattbau und der IBA erdachte Projekt “KünstlerCommunity Elbinsel” das Ziel hat, Wilhelmsburg zu gentrifizieren – jedoch (!), ohne “die jetzige Bevölkerung zu verdrängen”. Das, weiß Schreiber, läßt sich mit Hundekacke und Currywurst.
zu unserer Presseerklärung vom 21.9.2009
| 24. September 2009 | ||
| 18:00 | bis | 19:00 |
Ort: Cafeteria der Ganztagesschule St.Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12
Die Investoren werden über die geplanten Altbaumodernisierungen und die vorgesehene Neubebauung auf den Grundstücken Erichstraße 13-19, 29/35 und Bernhard-Nocht-Str. 65 – 87 informieren. Vertreter aus Politik und Bezirksamt werden ebenfalls teilnehmen.
| 21. September 2009 | ||
| 19:00 | bis | 22:00 |
21. September 19 Uhr vermutlich in der Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard Nocht Straße im “Kölibri” Hein-Köllisch-Platz 11 + 12 Hamburg St. Pauli
Am 5. September 2009 fand unsere Bezirksversammlung statt und die Presse berichtete ausführlich. Zunächst ein großes Dankeschön und weiter unten auf dieser Seite einige Eindrücke.
| Danke Sankt Pauli – weiter so! |
Also, ihr Tausende von Leuten auf der Bezirksversammlung: das war bombastisch! Danke EUCH ALLEN, ihr wimpelaufhängenden, stromliefernden, eure Wohnungen in Propagandazwischenlager verwandelnden, die Straße zum Kochen bringenden Nachbarinnen und Nachbarn; ihr wart super! Mit soviel Wucht und Energie lässt sich die Investorenarchitektur stoppen! No BNQ!
Das überwältigende Echo auf einen kleinen Aufruf hätte uns warnen sollen, dass hier etwas Großes, Mächtiges anrollt: wir hatten bloß nach ein paar kleinen Dingen gefragt, die wir als Preise für die Kinder anbieten wollten. Doch die zum Zweck der Schatzsammlung in der Kogge aufgestellte Kiste quoll bald über vor tollen Geschenken. Hunderte! Nachbarn brachten Schmuck, Tiere, ganze Comicsammlungen, Autos, Gimmicks… Danke Euch allen!
Dank auch Dir, ungenannt bleiben wollender Limonadenhersteller, der Du 30 Tische und Bänke gesponsort hast; und Dir, Schwabingjugend, für Kasperle und der Miethai, mit dem du unschuldige Kinderherzen aufgeklärt hast über den Zusammenhang von Recht auf Wohnen & Bonbons, behördliche Bestechlichkeit &Miethaie, Eis & Gefängnis; superb wart auch Ihr, Gino, und die Violine spielenden Kinder der Ganztagsschule St. Pauli, mit Eurem tränenprovozierenden Unterstützungsauftritt für die räumungsbedrohte Kogge, und natürlich Du selbst, Rock’n'Roll Kneipe Hotel Kogge, die Du immer wieder bereit warst Dein ausgefeiltes Musikprogramm von inhaltistischen Ansagen unterbrechen zu lassen (und das an Deinem Geburtstag…); Ihr, Graue Panther St. Pauli Nord – für die selbstironische Sofainstallation und die Wachsende Ausstellung; Du Michaela Melian für die investorenarchitekturkritische Hüpfburg, die Du im vergangenen Jahrtausend schufst und zu Füßen des damaligen Leerstands auf dem ersten vollprivatisierten Platz Hamburgs, dem sogenannten Fleetmarkt, platziert hattest, und die nun, am Wochenende des 5.9. 2009 hunderten von Kindern Spaß gemacht hat und durch ihre bestrumpften Füße inhaltlich aktualisiert wurde; auch Dir sei gedankt, Golden Pudel Club Hamburg, der Du generös einen Generator beschafft hast um zu demonstrieren:Investorenarchitektur, wenn wir dir den Strom abziehen, sitzt Du in der Kreditklemme! Danke euch ungenannt bleibenden zahlreichen Spenderinnen und Spender von Getränken für den Kindertresen, euch ungenannt bleiben wollenden Nachbarinnen und Nachbarn für das elegante Planungsbüro; Danke, Märchenerzählerin im DDR-Wohnwagen; Danke vielbesuchter Infostand, Wurfstand, danke, aggressive Merchandisingabteilung, Danke, Webmaster, Danke, Erfinderin der gelben Wimpel, für Idee und Durchführung, Logistik, Regie, Gesamtüberblick; Danke dir, VOKÜ; danke auch Euch, Ihr als Bäume verkleidete VorwerkstiftbesetzerInnen, und Euch erst Recht, ihr als schöne alte Häuser verkleidete GängeviertelbesetzerInnen die ihr den als BNQ und Empire verkleideten AnrainerInnen übel zugesetzt habt; Dir, Rock’n'Wrestling für ein Superposter, vor allem aber Dir, Bühnencrew, für eine powervolle Bühne mit dem schönsten Licht je auf einem Straßenfest; Dir Manuel Muerte (wäre man abergläubisch, würde man sagen: jetzt kann nichts mehr schief gehen, denn mit Dir begann auch Park Fiction 3) und Dir Nixe: für unvergleichliches Atmosphäreschaffen und Bezugherstellen; insbesondere Dir, arbeitslos gebliebener Erste Hilfe Mann für die 45 jährige live-Version von Teenage Kicks um 3:30; Dir, Straßenabsperrer; Dir, Obstgemüse spendender Ökoladen, Dir, anonymer Würstchengriller, Dir, mitten im Gewühl an Wodka Orange Versorgung Denkende; Dir, Bäcker einer vorzüglichen Orangentorte – ein Traum, Dir, Harry’s Hamburger Hafenbazar, Dir Sailor’s Inn – ihr habt super mitgespielt, Danke dir Mieter Helfen Mieter Anwalt, Danke Euch, Zirkuskinder der GWA, Dir, wohlorganisierter und profitabler Getränkestand, Dir Störtebeker Musikzentrum, für Backup, Vermittlung und Bar; Dir, Gruppe 25 Jahre Hafenstraße, für die Ausstellung 50 Jahre Widerstand, euch, Bands von der Ahoi-Bühne, Kosmo Koslowski, They want a Flughafen, 56 Boys, Motorfader, Gladbeck City Bombing, Johnny Blackheart & the Eliminators, St. Pauli Perlen; dann aber auch Euch, Neighborettes, für einen extrem kraftvollen Auftritt und die Drohung wenn ihr hier baut, burnen wir the house down; und, last but not least, euch, liebe sehr verehrte Nachbarn Die Goldenen Zitronen, die Ihr nicht nur ein Wahnsinnskonzert gegeben habt sondern auch noch genau gegenüber der Stelle, an der alles Anfing vor einem Vierteljahrhundert, womit wir hier abschließen und daran erinnern wollen, dass hier, in dieser Straße, schon mal Barrikaden standen und erfolgreich verteidigt wurden.
Soweit muss es nicht kommen, liebe sehr verehrte Politiker und Investoren, lernen sie doch mal dazu, und setzen Sie sich in Bewegung – sonst tun wir’s für Sie. Oder dachten Sie ernsthaft, sie könnten so eine Nummer durchziehen in einer Straße in der wir wohnen?
Also: Danke St. Pauli – weiter so!
Eure Interessengemeinschaft No BNQ
PS:
Das Bernhard Nocht Quartier ist noch nicht gestoppt – wir treffen uns jeden 2. Montag – das nächste mal am 21. September in der Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard Nocht Straße, 19 Uhr.
| Kasperle und der Miethai |
| Kinderband & Kinderzirkus |
| Märchenerzählerin Antje |
Und das stand auf dem Plakat vom Märchenwohnwagen Mandy, wo Antje Märchen erzählte:
Der Ärger mit dem Glasbergen heute Glashäusern hat Tradition:
… Nach einiger Zeit hörten die Brüder, dass eine schöne Prinzessin in dem Schloss am gläsernen Berg verzaubert wohne. Der Weg zum Schloss sei aber so glatt, dass ihn niemand gehen könne. Wer aber glücklich hinaufkomme und dazu noch dreimal um das Schloss reite, der würde die Prinzessin erlösen und sie zur Gemahlin bekommen. Viele junge Männer hatten schon den gläsernen Berg hinauf reiten wollen, doch sie alle waren abgestürzt und tot liegen geblieben……..
(aus der Hirsedieb)
Ja, ja, ja diese gläsernen Berge standen früher überall in Märchen rum und waren wirklich ein Ärgernis, wenn nicht ein (fast!!!) unüberwindbares Hindernis, aber nur fast, weil es gab ja immer Helden. Klar nicht? Heute haben wir da eher hohe gläserne Häuser, die auch keinen Spaß machen, nein wirklich nicht, aber dank des heldenhaften Einsatzes der unbeirrbaren, kämpferischen Menschen auf St. Pauli werden wir die hässlichen menschenfressenden Glasungeheuer in die Knie zwingen. Jawoll!
(aus Antjes Märchenforschung)
| Das Planungsbüro |
| Impressionen |
http://www.tanzendetuerme.org/index.php?/-bezirksversammlung-/
http://www.flickr.com/photos/duckdalben/sets/72157622380118496/
http://www.flickr.com/search/?w=all&q=no+bnq&m=text
Bitte beachten: Einige der Bilder (z.B. die von flickr) stehen ggf. unter einer CC-Lizenz.

| 17. September 2009 | ||
| 17:30 |
wo: Großen Sitzungsraum der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, Klosterwall 4, 1. OG in 20095 Hamburg Diese Sitzung ist die erste Sitzung nach der Sommerpause.
| 5. September 2009 |
Nachtrag (9.September.9): Für Bilder und Berichte vom Strassenfest hier entlang.
St. Pauli nimmt sich das Recht auf Stadt:
Gegen Gentrifizierung, Mieterhöhung & Investorenarchitektur.
Ab 14 Uhr:
Investorenträume platzen: Hüpfburg
Märchenerzählerin Antje
“Kasperle & Der Miethai”
Kinderband & Kinderzirkus
Kinder-umsonst-Bar
Schatzsuche
Barbecue statt BNQ: Grills mitbringen!
Ausstellung: 50 Jahre Widerstand
Die Grauen Panther: “Wachsende Ausstellung”
LOMU – (Let’s) Gentropoly
Schlachtengemälde
Rundgänge
Modell: Planung selber machen!
es regnet kaviar merchandising dpt.
Bernhard Nocht Straßen Konzert bis 22 uhr:
Magier Manuel Muerte
Neighborettes
Die Goldenen Zitronen
AHOI BÜhne Bis 24 Uhr :
Kosmo Koslowski
They want a Flughafen
56 Boys
Motorfader
Gladbeck City Bombing
Johnny Blackheart & the Eliminators
St. Pauli Perlen
Ahoi – Bauwagen – Boxprinz – Butt – Cafe Libertad – Centro sociale – COS Naturkost – Es regnet Kaviar – FC St. Pauli Fanladen - GWA St. Pauli – Haardock – Hafenvokü
Harry’s Hamburger Hafenbazar – Hedonistische Internationale - Kogge – Kombüse
Komet – Molotow – Nachbarinnen – Nachbarn – No BNQ - Onkel Otto – Park Fiction – Plan B – Golden Pudel Klub
Schwule Baustelle – Steirer Stüberl – Störte – TopKauf – Touch – Übel & Gefährlich – USP – Washingtonbar
Bernhard Nocht Straße – Hafenstraße
5. September 2009