Wir verlangen

(verfasst am Oktober 24th, 2011 )

sos-st-pauli-logo-smallWIR, DIE LEUTE
AUS ST.PAULI RUND UM DIE REEPERBAHN,
VERLANGEN:

1. Alle Planungen, Vertragsverhandlungen und Genehmigungsverfahren, die mit Abriss, Bau, Modernisierung, Umwandlung oder Verkauf zu tun haben, müssen auf Eis gelegt werden. Alles gehört auf den Prüfstand.

2. Offenlegung aller Planungen, Verkaufs- und Bauvorhaben: Jeder Antrag, jede Entscheidung muss öffentlich gemacht und diskutiert werden.

3. Wir brauchen einen Runden Tisch für St. Pauli, der sämtliche Verantwortliche und Betroffene von Stadtentwicklungsprojekten gleichberechtigt einschließt. Entwicklung einer demokratischen Planungsform!

4a. Ideen aus dem Stadtteil, statt Bevormundung durch die Stadt: AnwohnerInnen-Initiativen und AnwohnerInnenbedürfnisse müssen entscheidender Bestandteil der Stadtplanung werden.

4b. Keine Privatisierung öffentlicher Räume, Parks, Plätze und Einrichtungen. Entprivatisierung des Spielbudenplatzes.

5. Sämtliche Projekte oder Veränderungsmaßnahmen müssen nachweisen, welchen Nutzen sie für den Stadtteil haben.

6. Wenn Neubau, dann nur noch öffentlich geförderter oder günstiger Mietwohnraum.

7. Der Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum darf nicht zu Lasten existierenden, günstigen Wohnraums gehen. Der Bau öffentlich geförderten Wohnraums darf nicht zum Vorwand für Abrisspolitik werden.

8. Sozialwohnungen müssen dauerhaft Sozialwohnungen bleiben.

9. Mietpreisbindung (festgesetzte Höchstwerte) für Wohnen und Gewerbe. Umwandlung aller befristeten in unbefristete Mietverträge.

10. Erhalt und Förderung einer kleinteiligen und vielfältigen Gewerbestruktur.

11. Ankauf aller auf dem Markt angebotenen Wohnungen und Grundstücke durch die Stadt zu gesetzlich festgelegten Höchstpreisen, um günstige Mieten zu sichern.

12. Leerstand kriminalisieren (gesetzlich verbieten), Besetzung von Leerstand entkriminalisieren, Zwangsvermietung bei Leerstand.

Vorgestellt, diskutiert, verändert und beschlossen

von rund dreihundert TeilnehmerInnen  der 1. Stadtteilversammlung S.O.S. St. Pauli,  in der Cafeteria der St.Pauli Schule Bernhard Nocht Strasse, Hamburg

am 22. Oktober 2011

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S.O.S. St. Pauli – Stadtteilversammlung

(verfasst am Oktober 5th, 2011 )

S.O.S. St. Pauli – Stadtteilversammlung
22. Oktober 2011 – 15:00 – 18:00
Ganztagsschule St. Pauli Bernhard-Nocht-Straße

Sehr geehrtes St.Pauli,
Sind auch Sie besorgt über die Entwicklung Ihres Viertels?
Ist auch Ihre Wohnung von Abriss oder Umwandlung in Eigentum bedroht?
Fürchten auch Sie aufgrund steigender Mieten Ihre Wohnung / … Ihr Geschäft / Ihren Job zu verlieren?
Liegt auch Ihnen der Erhalt Ihrer Nachbarschaft am Herzen?
Dann fühlen Sie sich hiermit bitte herzlichst eingeladen an der 1. Stadtteilversammlung S.O.S. St.Pauli teilzunehmen.
Gemeinsam wollen wir Sorgen und Probleme sammeln, diskutieren und Lösungen erarbeiten.
Interessierte und Betroffene finden sich bitte am 22. Oktober 2011 in der Ganztagsschule St.Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12 ein.

Leeve Nabers, leeve Lüüd up St. Pauli.
Wer is ok in Sorge um dat, wat in use Gegend upstunns vör sik geiht?
Wat schall weern, wenn us to Hus umboet, or afbrooken weern schall?
Kummt dor nich de Angst in us hoch, wenn de Pachten för use Wohnungen so hoch stiegt, dat man sogor an`t
Uttrecken denken mött?
Kann us moije Nabershop nich meist so blieben at´se is?
Wer up de een oder anner Fraag ok`n Mee´n het, den beed wi van Harten to use erste „Stadtteilversammlung S.O.S. St. St. Pauli” to kaamen.
Tohoop willt wie Sorgen un Probleme upklaren, diskoteeren un versöken dat Beste för us dorbi rut to finden.
De Versammlung is an`n 22. Oktober 2011
in`t School St.Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12.
Clock 15 Uhr schall dat los gohn.

Sevgili St. Pauli´ler,
Semtinizdeki gelişmeler sizleri de kaygılandırıyor mu?
Sizin oturduğunuz ev de yıkılma yada yeniden inşa,
tamirat tehdidi ile karşı karşıya bulunuyor mu?
Gittikçe artan kiralar yüzünden siz de evinizi / işinizi / dükkanınızı kaybetmakten korkuyormusunuz?
Komşularınızın mahallede kalması sizin için de bir kıymet taşıyor mu?
O zaman sizleri bu çağrı ile yürekten 1. Mahalle Toplantısı SOS St. Pauli´ye davet ediyoruz!
Beraberce mahalledeki kaygı ve sorunlarımızı ortaya serip, beraberce tartışıp çözümler bulmaya çalışacağız.
Isteyenler ve ilgilenenler 22 Ekim`de, saat 15.00 `de,
Ganztagsschule St-Pauli‘de , Bernhard-Nocht-Str. 12
adresinde Mahalle Toplantısı SOS St. Pauli`de toplanacaklardır.
Toplantı ne yazık ki yalnızca almanca dilinde yapılabilecektir.
Bizler St. Pauli`de oturan yada çalışan komşularız ve aşağidaki mahallede aktif olan gruplarda çalışıyoruz.

Wir wohnen und/oder arbeiten hier auf St.Pauli und sind Teil der folgenden Stadtteilinitiativen:
No BNQ, GWA St.Pauli, Initiative Esso Häuser, Es regnet Kaviar, Reeperbahn 157.

S.O.S. St. Pauli – Stadtteilversammlung
22. Oktober 2011 – 15:00 – 18:00
Ganztagsschule St. Pauli Bernhard-Nocht-Straße

Miete ist Wahnsinn

(verfasst am Oktober 4th, 2011 )

Konzert am 15. Oktober ab 16 Uhr auf dem Schulterblatt (vor der Roten Flora) unter dem Motto

„Miete nervt! Wohnraum vergesellschaften!“

wer wie was warum hier: http://mietenervt.blogsport.de/

und dann


am 29. Oktober 2011  um 13°°  , Millerntorplatz (U-Bahn St. Pauli)

Mietenwahnsinn stoppen-Wohnraum vergesellschaften

mehr dazu hier: http://mietenwahnsinn.rechtaufstadt.net/

Demnächst 20:15 im ZDF ?

(verfasst am September 24th, 2011 )

Der Runde Tisch wird nicht rund – offene, demokratische Planungskultur nicht erwünscht

(verfasst am Mai 24th, 2011 )

NoBNQ Pressemitteilung, Hamburg, 23. Mai 2011

Ende April haben wir, die Interessengemeinschaft NoBNQ, zum Runden Tisch am 25. Mai eingeladen.
Zugesagt haben neben zahlreichen Interessierten aus dem Stadtteil:

- die Politiker_innen aus Bezirk und Bürgerschaft,
- die Investoren Köhler & von Bargen,
- sowie die Lawaetzstiftung.

Doch nun haben wir zwei entscheidende Absagen erhalten, und zwar

- von der angehenden Besitzerin der Neubauten, der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) und
- von der BSU (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt).

Ohne BSU und VBL klafft jedoch eine große Lücke in der eingeladenen Runde. Ein Treffen macht keinen Sinn, wenn die wichtigsten (potentiellen) Akteure sich aus der Verantwortung ziehen.

- Die VBL sieht keinen Anlass, sich an einem solchen Gespräch mit dem Stadtteil zu beteiligen, da sie die (noch nicht gebauten) Häuser “schlüsselfertig” gekauft habe. Angesichts der milliardenschweren Finanzmittel der Versorgungsanstalt (12 Mrd. Euro, 14.500 Wohnungen) wäre es aus unserer Sicht an der VBL, bei ihren Neubauten – etwa durch Inanspruchnahme öffentlicher Mittel für Sozialwohnungsbau – für niedrige Mieten zu sorgen und sich damit auseinanderzusetzen, bestimmte Elemente des Konzepts “Freundliche Übernahme” umzusetzen, wie z.B. den von uns vorgeschlagenen Daniel-Düsentrieb-Spielplatz im Innenhof oder eine Kita im Erdgeschoss der Neubauten – und so dem etwas näher zu kommen, was St.Pauli braucht.

- Die BSU sieht die “Zuständigkeit für die Planungen (…) beim Bezirk”. Doch wir wissen: nur die BSU ist in der Lage, finanzielle Mittel aus Stadtentwicklungs-Programmen zur Verfügung zu stellen, um – wie im Wahlkampf angekündigt – der Gentrifizierung St.Paulis entgegenzuwirken.

Unsere Einladung zielte darauf, den Horizont des hier und jetzt Machbaren zu erweitern. Denn bisher hat die Politik das komplexe Konzept aus dem Stadtteil nicht ernst genommen. Der enge Rahmen der Logik des Kaufens wurde nicht verlassen. Die politische Verantwortung für St.Pauli macht aber unübliche Maßnahmen notwendig.

(Die Mittel sind ja da: 6 Millionen hat man sich die Umgestaltung des Spielbudenplatzes zum Mahnmal einer fehlgeleiteten Stadtplanung von oben kosten lassen. Und dann den Platz privatisiert.)

Mit dem Koalitionsbruch 2010 ist der Gesprächsfaden mit der Behörde gerissen. Seitdem wurden auf Bezirksebene investorenfreundliche Fakten geschaffen, bezirklich zustimmungspflichtige Vorverträge abgeschlossen. Nur in einer großen Runde mit allen Beteiligten und Entscheidungsträgern wäre zu diesem Zeitpunkt noch eine halbwegs sozialverträgliche Lösung für das Quartier hinzubekommen.

Durch die Absage der BSU und der VBL schrumpft das zu Verhandelnde auf drei der 16 Gebäude. Diese drei will die Lawaetzstiftung (Leitsatz: “Innovativ für das Gemeinwohl”) von den Investoren übernehmen. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept Freundliche Übernahme – NoBNQ lässt sich auf dieser Basis nicht verwirklichen. Eine Partizipation in diesem Rahmen ließe das komplexe Projekt aus dem Stadtteil zur Akzeptanzbeschaffungsmaßnahme verkümmern – ein Sträußchen am öden Hut des Investoren-St.Pauli.

Dies ist nicht die Wende hin zu einer offenen, demokratischen Planungskultur, die sich viele erhoffen.

So bleibt der Konflikt ungelöst und das Bernhard Nocht Quartier weiterhin ein Brennpunkt. Die BSU hat eine wichtige Chance verpasst, an dieser Stelle deutlich zu machen, wie kreative Stadtentwicklung von unten funktionieren – und der wachsenden sozialen Spaltung der Stadt entgegen getreten werden kann.

Ihre Interessengemeinschaft NoBNQ

PS: Vielen Dank all denen, auch in der Politik, die sich auf dieses demokratische Planungsverfahren einlassen wollten -und all denen, die durch politisches Engagement, durch außerparlamentarische Aktivitäten, zivilen Ungehorsam, Veröffentlichungen, Medienberichte, Mitdiskutieren, Gesicht zeigen, Gesicht verbergen, Solidaritätspartys, Fotografieren, Rechnen und Konzipieren das ursprünglich geplante, umfassende Rausschmiss-Szenario verhindert – und die Diskussion über eine andere Stadt eröffnet haben.

Den Befürworter_innen der jetzigen Pläne sei gesagt:

Eure Häuser wird niemand besingen.

NoBNQ lädt zum Runden Tisch

(verfasst am Mai 21st, 2011 )

Runder Tisch:  25. Mai, 17 Uhr,  Planet Pauli,  Spielbudenplatz 7.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Konflikt um das “Bernhard Nocht Quartier” der Investoren Köhler &  von Bargen auf St.Pauli ist ungelöst. Deshalb lädt die Interessengemeinschaft NoBNQ für den 25. Mai zu einem Runden Tisch ein.

Ziel ist es, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, Transparenz  herzustellen, die Ideen und Vorstellungen kennen zu lernen und gemeinsam mit Stadtteil, Politik, Behörden, alten und neuen Eigentümern nach Lösungen zu suchen, die den BewohnerInnen des Viertels gerecht werden.

Eingeladen sind:

- Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils und Interessierte
- die Immobilieninvestoren Köhler&  von Bargen
- die angehende Besitzerin der geplanten Neubauten, die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder)
- die am Erwerb von Teilen des Quartiers interessierte Lawaetz-Stiftung
- die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt
- der Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte
- der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Regierungsfraktion in der Bürgerschaft
- der stadtplanungspolitische Sprecher der Regierungsfraktion der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Der Grund:

Trotz zahlreicher Konzessionen, die Politik, Behörden und Besitzer auf Druck der Nachbarschaft und der wachsenden Recht auf Stadt Bewegung gemacht haben, gibt es einen grundsätzlichen Dissenz zwischen dem, was im Stadtteil für wünschenswert und notwendig gehalten wird, und dem, was nach den jetzigen Plänen entstehen soll.

Die Interessengemeinschaft NoBNQ ist der Ansicht, dass insbesondere der  Handlungsrahmen der Politik bisher keineswegs ausgeschöpft wurde, die Turbo-Gentrifizierung von St. Pauli aufzuhalten.

Sicher, die soziale Erhaltungsverordnung ist in der Mache, doch reicht weder diese noch der zusammengeschrumpfte Rahmen städtischer Förderung sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbaus aus, um die rasante Aufwertungs- und Verdrängungswelle aufzuhalten, die Hamburgs bekanntesten Stadtteil erfasst hat. Angetrieben durch  Prestigebauten wie “Astraturm” oder “Tanzende Türme” schießen die Grundstückspreise spekulativ durch die Decke und stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten, die für Bau oder Erhalt von Häusern eigentlich nötig sind. Die vom Staat zum Ausgleich angebotenen Fördermittel richten sich an ökologiebewusste Mittelschichten oder sind verdeckte Subventionen des Immobiliengewerbes – mit sozialem Etikett. Diejenigen, die derzeit aus St.Pauli herausgedrängt werden, haben nichts davon. Leute, die am Mietmarkt besonders benachteiligt sind, werden aus nachbarschaftlichen Bezügen herausgerissen. St.Pauli verliert sichtlich an Charakter, die Einwohnerstruktur ändert sich rasant, die soziale Spaltung der Stadt schreitet voran.

NoBNQ sieht die Politik in der Pflicht, hier und jetzt tätig zu werden. Das Bernhard Nocht Quartier steht inzwischen als Symbol für eine verfehlte Stadtplanungspolitik im Zentrum der Kritik. Die Dokumentation der Proteste ist inzwischen schon so dick wie 2 Telefonbücher. Und allein im laufenden Jahr drehten sich gleich mehrere Demonstrationen und Aktionen um die Immobilie:

- rund 50 Kneipen in St. Pauli beteiligten sich im Januar an einem “BNQ”-kritischen Themenabend (”Gentropoly – Don’t let the big man take it away from you”),
- am 23. Januar wurde vom Gängeviertel zum “Bernhard-Nochtquartier” quer durch die Stadt um Fördermittel geboßelt (”Klootscheeten för Födderkröeten”),
- spontan protestierten im Februar knapp 3000 Fans des FC St.Pauli vor der Immobilie (”Reclaim St.Pauli”),
- am 11. Februar: grosse Solidaritätsparty im “Planet Pauli” gegen Investorenphantasien und Abrisspolitik – für den Erhalt der Esso-Häuser Spielbudenplatz und das “Konzept zur freundlichen Übernahme” /NoBNQ (Tanz der Häuser), – im selben Monat drückten Bürger ihre Ablehnung aus, indem sie in einem  sportlichen Wettstreit rund 800 gefüllte Müllsäcke auf das Grundstück warfen (”The Big Blue”),
- am 28. April wurde die NoBNQ-Plakat-Kampagne mit einem gut besuchten Solidaritäts-Lese-Walk gelauncht,
- am 30. April zogen rund 7000 UnterstützerInnen der Roten Flora auch zu dieser Baustelle und wurden von Balkonen und Dächern mit einer Konfettiparade begrüßt (”Stadt selbst machen”),
- am 1. Mai wurde das “Bernhard Nocht Quartier” von etwa 3000 Teilnehmern des Euromayday besucht und thematisiert (”Die Stadt ist unsere Fabrik”).

Auf den Straßen werden inzwischen die Reste des alten St.Pauli feilgeboten – Abrissteine aus der Bernhard Nocht Strasse, liebevoll in Cellophantütchen verpackt: Wehmütige Souvenirs, die den Touristen verkauft werden, wie einst die Graffiti-besprühten Brocken der Berliner Mauer.

Denn neben der Chance auf bezahlbaren Wohnraum schmerzt der Verlust eines der erfinderischsten und lebendigsten Viertel des Landes. Um hier einen Ausgleich vorzuschlagen, haben Nachbarinnen und Nachbarn das “Konzept zur freundlichen Übernahme” entwickelt. Dieses integriert den Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum in ein  Gesamtkonzept, das die Gewerbeflächen des Quartiers als “Ressource für den Stadtteil” funktionieren lassen will, als Plattform der Produktion und des Austauschs, wo das lokale Wissen sich entfalten kann und genutzt wird und wo Menschen mit unterschiedlichem Bildungs- oder Kultur-Hintergrund sich gegenseitig schlauer machen.

Fachleute für integrierte regionale Stadtentwicklung und Urban Design ebenso wie NachbarInnen, VerlegerInnen, MusikerInnen und UnternehmerInnen, attestieren der Planungsinitiative “von Unten” genau die Qualitäten, die sie in den teuer und städtisch initiierten “IBA”- und “Kreativ Quartiers”-Konzepten vermissen: die Verbindung von zukunftsträchtiger Innovation und sozialer Verantwortung, von Bildung und lokaler Ökonomie.

Bei Stadt, Bezirk und Behörden stieß das Konzept allerdings auf taube Ohren. Die Gespräche mit der BSU über Fördermöglichkeiten brachen mit dem Ende der schwarz-grünen Koalition ab. Vom Bezirk wurden die Investoren gefördert und die Umsetzung des Konzepts mithilfe einer großen Genossenschaft wurde behindert.

Um die Lücke zu füllen zwischen dem verlangten spekulativen Kaufpreis auf der einen und der möglichen Finanzierung durch dauerhaft soziale Mieten auf der anderen Seite, ist die Stadt am Zug. Warum werden die Mittel aus den Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungstöpfen nicht einmal dort investiert, wo sie von den
NachbarInnen tatsächlich erwünscht werden?

NoBNQ lädt zum Runden Tisch ein. Denn die Stadt hat nicht nur etwas gut zu machen, sie hat auch etwas zu lernen.

Voller Erfindungsreichtum brechen Menschen auf und fordern die staatlichen Institutionen und Programme heraus. Der Protest wächst – ob in der profunden und vielfältigen “Recht auf Stadt” Bewegung in Hamburg (Düsseldorf, Frankfurt, Dortmund, Berlin, Istanbul, Tel Aviv, New York, Neu Delhi…) oder ob im Protest gegen Stuttgart 21 – die
Menschen wissen: der Markt allein wirds nicht richten.

Die Politik ist gut beraten, den Ball, der ihr zugespielt wird, aufzunehmen. Wir werden uns nicht mit unverbindlichen Dialogangeboten hinhalten lassen. Den parteiübergreifenden Wahlkampfversprechen, die Hamburger Wohnungskrise lösen zu wollen, müssen Taten folgen. Die Vitalität einer Stadt zeigt sich auch daran, ob ihre Institutionen in der Lage sind, eine Resonanzfähigkeit zu entwickeln, gute Ideen aufzunehmen, zu fördern und unverfälscht umzusetzen.

Das “Bernhard Nocht Quartier” ist ein ganz konkreter Prüfstein, an dem sich zeigen wird, ob die Stadt und ihre Investoren die Zeichen der Zeit verstanden haben.

Runder Tisch:  25. Mai, 17 Uhr,  Planet Pauli,  Spielbudenplatz 7.

Mit freundlichen Grüßen,
Interessengemeinschaft NoBNQ

Die ganze Kampagne “Ihre Meinung zum Bernhard Nocht Quartier?” hier (klick)

“Meinungen zum Bernhard Nocht Quartier” / NoBNQ Plakat-Aktion:

(verfasst am April 26th, 2011 )

siehe hier (slideshow).

NoBNQ Kampagnen Start mit Lesungen-und-Poster-Anschau-Spaziergang: Donnerstag, 28.April 2011, 19Uhr ab smallville HeinHoyer56

Liebe Stadtbewohner_innen,

am Donnerstag geht die NoBNQ Posterkampagne an den Start. Wir haben nämlich das Gefühl, dass das Nachbarschafts-Konzept “Freundliche Übernahme” auf der Seite der alten und neuen “Entscheider” dieser Stadt nicht verstanden wird.

Deshalb haben wir 40 unterschiedliche Menschen im Stil eines bekannten Boulevard-Blattes darum gebeten, sich dazu eine MEINUNG zu bilden.

Aus den Statements und den Portraits der Befragten hat Fotograf Frank Egel mit uns eine Posterkampagne entwickelt, die in dieser Woche verklebt wird, und, in Läden und Fenstern ausgestellt, den Stadtteil in unsere Galerie verwandeln wird.

Zur Eröffnung der Posterkampagne machen wir einen Lesungen-und-Poster-Anschau-Spaziergang mit Kurzlesungen (Urbane Romanfragmente, Reportagen, Essays).  Der Rundgang startet am

Donnerstag 28. April um 19 Uhr

im Plattenladen smallville HeinHoyer Strasse 56 mit Nicole Vrenegor und Niels Boeing. Etwa 20 Uhr Kogge Bernhard-Nocht-Straße 59 mit Marius Hoffmann und Gisela Stelly-Augstein, 21 Uhr haardock Hopfenstraße 15a im Brauereiquartier, mit Antje Mohr, Christoph Schäfer. (Details unten).

Wir widmen die Kampagne dem Andenken an Karin Rosenberg, die am 11. April 2011 überraschend an einem Herzinfarkt gestorben ist. Karin war eine Freundin und wurde mit dem Hafenbasar noch von Investor Claus Becker aus den Kellern der Bernhard Nocht Strasse rausgeworfen, musste danach noch zweimal umziehen, und wäre gerne als Teil des NoBNQ Freundliche Übernahme Konzepts in die ursprünglichen Räume zurückgekehrt. Die liegen inzwischen zum Großteil in Trümmern. Karin hat sich noch vor wenigen Wochen für unsere Kampagne fotografieren lassen. Ihre Meinung zum Bernhard Nocht Quartier:  Zum Kotzen !!!

Plakatkampagne mit Portraits und Statements von:

Hanna Mittelstädt, Verlegerin, Edition Nautilus
P-Fire Entertainment
Melissa Logan, Chicks on Speed
Bernd Kniess, Architekt, Prof. Urban Design HCU
Anneliese Petersen, Hafenstrassenbewohnerin
Thomas Wenzel, Die Sterne, Die Goldenen Zitronen
Petra Thomas, aktiv im Elternbeirat der St.Pauli-Schule
Ale Dumbsky, Radar Filmfestival
Sengan, Musa und Bamba Bandeh
Dorothea Schlüter, Galeristin
Stefan Schatz, Fanbeauftragter FC St.Pauli
Gisela Stelly Augstein, Schriftstellerin
Günter Zint, Fotograf, Kiezchronist
Miguel Martinez, Experte
harlotte Knabe, Golden Pudel Klub
Maarten Thiele, ein Sozialromantiker
Anke Hagemann, Architektin, Stadtforscherin
Fernando D’Velez, Boutiquebesitzer, Superpromoter
Sieghard Wilm, Pastor St.Pauli-Kirche
Antje Mohr, Geschäftsfrau, Märchenerzählerin
Doc Mabuse, brachte die Piratenflagge ans Millerntor
Rebecca Lohse, Geschäftsführungsteam GWA St.Pauli
Bentolove
Karin Rosenberg, Harrys Hamburger Hafenbasar
Frank, endless pain
Katja Eichbaum, Grafikerin, Fotografin
Julia & Olaf Staron, Unternehmer, Brauquartier St.Pauli
Martin Sprujit, St.Pauli Archiv
Anja Hildebrandt, Haardock St. Pauli
Schorsch Kamerun, Musiker, Die Goldenen Zitronen, und Theaterregisseur
Ulf Wittkowski, Metaller von der Alternative
Riikka Beust, Hotel Kogge
Stefan Marx, Künstler
Marianna Meyer, Streetfighter
Michael Reinermann, Inhaber Generation Digitale
Paula & Pauline, Performancekünstlerinnen
Don Mudra, Künstler
Kirsten Ludewig, Ideenmanagerin, Brauquartier St.Pauli
Herr Meyer, Suicycle Store, Block Party Entertainment
Kunstverein St.Pauli

Lesungen:

Niels Boeing: Alles auf Null – Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit (erscheint demnächst bei Nautilus)

“100 Gebrauchsanweisungen auf 100 Seiten: dieses Buch ist eine genau konzipierte Punktlandung, die Deine Wirklichkeit verändern will.  Der strenge Aufbau erlaubt es dem Autor, unterschiedliche Sprechweisen in seinem Buch zum klingen zu bringen:  innere Dialoge, Theorie, Gedichte, Beobachtungen und Reflexionen über Alltagskultur, Liebe, Musik, Politik. Rasant werden die Ebenen gewechselt, denn”…für sich selbst organisierende Akteure, die mit [der Wirklichkeit] fertig werden wollen (…) ist das Hin- und Herwechseln zwischen den Ebenen eine Schlüsselstrategie…”. Boeing macht die Sprache so scharf wie eine Waffe, ein vorantreibender Denkfluss, ein Gefecht, radikal und subjektiv.” CS

Nicole Vrenegor:  heute habe ich den himmel und lenin gesucht. notizen aus new york city (erscheint Juni 2011 im sprung verlag hamburg)

“lower fat in lower east, würde ich meinen tag überschreiben, wenn ich eine überschrift finden müsste. das design bestimmt das bewusstsein und außendesign – sprich style – ist hier die heiß gehandelte ware, wo noch vor 30 jahren andere kurzlebige glücksversprechen gedealt wurden. die coolness im ehemaligen junkie-viertel besticht und wirft mich auf eigene identitätsfragen zurück. zweifelsfrei als touri zu identifizieren: was mach ich eigentlich hier mit der karte falsch rum in der hand ?

Marius Hoffmann: Von einem der Ausriss (das Lieben zu fürchten), Roman, noch unveröffentlicht

“Die letzten Tage Andy Marquardts vor seinem achtzehnten Lebensjahr. Der junge Punk möchte nicht erwachsen werden. Er rennt von Zuhause weg und lebt seitdem auf Hamburgs Straßen. Was er nicht weiß, bald wird er zum Protagonisten einer Fernsehsendung.”

Gisela Stelly-Augstein: Mein Heim – meine Zelle, Protokolle aus einer Großstadt-Mustersiedlung (Die Zeit, 1971).

Entstanden in Lohbrügge, auf dem Höhepunkt der Krise der fordistischen Stadt, beschreibt die Schriftstellerin den Alltag der Frauen: “Frauen berichten über ihr Leben in einer modernen Wohnstadt, spontan, auf Tonband; und so spiegelt diese Reportage ein Stück Wirklichkeit vor dem Hintergrund der Diskussionen um Emanzipation und Frustration in der modernen Gesellschaft.”

Antje Mohr: Brief an Supermans Anwälte (unveröffentlicht, 2007)

“…Ich selbst, 41 Jahre alt, mittlerweile Geschäftsfrau, also erwachsen, stand beim Rock & Wrestling und habe die Aussage des Moderators auf der Bühne „dass SUPERMAN uns verklagt hat!“ für einen zum Programm gehörenden albernen Scherz gehalten. (…) Erst vorige Woche begriff ich den Ernst der Lage. Rein rechtlich – ich habe gleich im Markenregister nachgeschaut – haben Sie irgendwie Recht. Aber trotzdem: Hier stimmt was nicht!…”

Christoph Schäfer: Die Stadt ist unsere Fabrik (Spector Books 2010)

“Ein Comicbuch, der Skizzenblock einer politischen Bewegung, eine Theoriebildung ? Christoph Schäfer erfindet eine Urgeschichte des Urbanen, setzt Henri Lefebvres Thesen zur postindustriellen Stadt um, sieht sie im Kreativpool der Gentrifizierung, mit den Laptops hinter Latte-Bechern, mit den Skateboards der raumgreifenden Möglichkeiten einer Aneignung städtischen Raums oder in quasidokumentarischen Szenen der Hamburger Recht auf Stadt-Bewegung am Werk. Was hat Lefebvres Revolution der Städte aus den 1970er Jahren mit den entsprechenden Medienwechseln bis heute für eine Bedeutung im Hin und Her zwischen künstlerischer und politischer Repräsentation ?” Ulrike Bergermann, zfm

Ihre Interessengemeinschaft NoBNQ

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Heute im Hamburger Abendblatt:

Stadtteil St. Pauli
Kampagne:  Die Stadt, in der wir kleben wollen.

Mit einer aufsehenerregenden Plakatkampagne kämpfen Künstler und Bewohner St. Paulis gegen zu hohe Mieten und Verdrängung

NoBNQ – die Kampagne:

Plakataktion-NoBNQ

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NoBNQ goes HIGH ART

(verfasst am April 12th, 2011 )

Zusammen mit dem St. Pauli Museum im Rahmen der Langen Nacht der Museen zeigt sich NoBNQ von seiner souvenirhaftesten Seite:

am 16. April von 22 bis 2 Uhr

in der Bernhardt-Nocht-Straße

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“Aufwertung” : April 2011

(verfasst am April 12th, 2011 )

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Erichstraße mit Pension Flehmig -  im Hintergrund Bernhard-Nocht-Straße

Blick von Erichstraße auf Bernhard-Nocht-Straße48_550

Tanz der Häuser am 11.2.

(verfasst am Februar 3rd, 2011 )

Solidaritätsparty gegen
Abrisspolitik und Gentrifizierung

mit
Manuel Muerte + Kosmo Koslowski + Schwabinggrad Ballet + Chicks on Speed + DJ TIK + Rap Galore + Rotzige Beats + Anus One

11. Februar 2011, Planet Pauli (Spielbudenplatz 7)
Einlass ab 20 Uhr, Beginn 21.30 Uhr

5.2.11: Aktionen & Info – kommt vorbei!

(verfasst am Februar 3rd, 2011 )

Unter dem Titel “Gentropoly” veranstalten über 50 Kneipen und Läden auf St. Pauli einen Aktionstag. Das Motto: It’s yours – Don’t let the big man take it away from you! – No BNQ! – ich will so bleiben wie ich bin

Poster im Viertel

Einige Läden bieten spezielle Angebote oder Programm: Tipp Kick Torwandschießen im Jolly, “Lekker Kaffee umsonst – not to go, to stay” in der Rückkopplung, Freier Eintritt und Führung im Hafenbasar, Mexikaner für 1 Euro in der Kogge, Saurer für 50 Cent im Ex-Sparr, Brot und Marmelade Verkostung im Bioladen “Wilde Erdbeeren”, in der Hasenschaukel läuft “Themroc” und Live Musik. In vielen Läden bieten Pläne Orientierung im Überangebot – und Infomaterial. Wir von NoBNQ freuen uns über dieses wuchtige Unterstützungswochenende und wünschen viel Spass beim um die Häuser ziehen.
Hier das Statement der Kneipen :

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ein Trauerspiel

(verfasst am Januar 26th, 2011 )

Trauerspiel from NoBNQ on Vimeo.

Dezember 2010: Die Investoren Köhler von Bargen lassen den ehemaligen Zirkus Erich für ihr “Bernhard-Nocht-Quartier” abreißen. Im kommenden März soll hier die Tiefgarage der zukünftigen Eigentumswohnungsbesitzer entstehen, damit die ihre vielen Autos sicher und überhaupt auf St. Pauli parken können. Ach, Erich. ätzend.

Video zum Boßel Turnier am 23.1.2011

(verfasst am Januar 26th, 2011 )

Videozusammenschnitt des Boßel Turniers am 23.1.2011 von UtopieTV.

Lüch up un fleu herut – Klootscheeten för Födderkroeten – 23.1.2011, 14 Uhr

(verfasst am Januar 20th, 2011 )

No BNQ boßelFlyer Boßelnt gegen das Gängeviertel! Beide Teams erhalten eine Boßelkugel – einen unförmigen Kloot aus Schaumgummi, Tesakrepp und Scheiße. Ziel des Spiels ist es, den Kloot mit möglichst wenigen Würfen und möglichst vielen Schöts zu No BNQ zu bugsieren und dabei Schnaps zu trinken.

Mach mit,
im trinkfesten Fanblock oder
als wurfstarke Unterstützung!

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AUFRUF : BRING BACK SANKT PAULI

(verfasst am Januar 14th, 2011 )


Samstag nach dem Spiel des FC Sankt Pauli gegen den SC Freiburg
um 18 Uhr  Demo vom Millerntor durch den Stadtteil Sankt Pauli bis zum “Bernhard-Nocht-Quartier”


BRING BACK SANKT PAULI – RECLAIM YOUR CLUB AND YOUR VIERTEL!

FANS UND EIN GANZES VIERTEL SEHEN ROT UND SCHLAGEN GEMEINSAM ZURÜCK!

Nicht nur beim FC Sankt Pauli rumort es gerade gewaltig in der Fanszene über eine zunehmende Kommerzialisierung – vielmehr ist auch ein ganzes Viertel von einer zunehmenden Ökonomisierung betroffen. Zählte der Stadtteil Sankt Pauli noch vor einigen Jahren zu den ärmsten Stadtteilen in Deutschland, ist er für viele Menschen tatsächlich unbezahlbar geworden. Es wird Zeit diesen Entwicklungen gemeinsam entschieden entgegenzutreten!

weiter hier: Read the rest of this entry »